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Radfahren 2013 – Wohin wollen wir?

Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über den Schutz unserer Umwelt, über ein gesundes Leben, über ein verantwortungsbewusstes Verhalten im Alltag. Ein kleiner und kluger Schritt ist die (Wieder-) Besinnung auf das Fahrradfahren. Dafür haben wir gute Argumente:

    • Viele tägliche Wege sind leicht mit dem Rad zu bewältigen
    • Wir verursachen weder schädliche Gase noch Feinstaub, und Lärm machen wir auch nicht
    • Mit Elektro-Unterstützung kann man sogar längere Strecken, vor allem bei der Freizeitgestaltung, genießen
    1. • Radfahren ist gut für Kinder und Eltern und genauso für Großeltern und Urgroßeltern, und „

fahrbare Untersätze

    “ gibt es für jeden Geldbeutel
    • Radfahren ist nicht gefährlich: wir lassen uns keine Angst machen

In die Stadt – ohne mein Auto: Dieses Motto verwirklichten 2.000 Radler am 2. FahrRad-Aktionstag am 22.09.2012 in Magdeburg. (Foto: Werner Hartig)


Deutschland hat sich einen neuen, bis 2020 reichenden Nationalen Radverkehrsplan gegeben. Klar, die Radverkehrsförderung ist in den Parlamenten und Ministerien angekommen. Doch reicht die Auflistung der vielen guten Ziele (für die sich auch der ADFC einsetzt)? Brauchen wir nicht auch eine adäquate Haushaltspolitik? Und welchen Visionen von Alltags-Mobilität und Lebensqualität folgen wir eigentlich? Wer will wirklich eine Verkehrswende, in der das Zufußgehen, der Öffentliche Personen-Nahverkehr, das Fahrradfahren und der Motorisierte Individualverkehr zu einer tatsächlich gesunden und umweltfreundlichen Mischung gelangen?
Unser Verein positioniert sich mit Leidenschaft und Fachwissen zu vielen aktuellen Fragestellungen und findet Gleich- und Ähnlichgesinnte in unterschiedlichen politischen Lagern und gesellschaftlichen Gruppierungen. Auch wir in Sachsen-Anhalt werden diesen Weg konsequent weiter gehen. Neben der politischen Ebene wollen wir die konkreten Bedingungen vor Ort und die Bedürfnisse der Radfahrenden stärker in den Blick nehmen.

Wir Schon-Radfahrer gehen mit gutem Beispiel voran: wir fahren aufmerksam und rücksichtsvoll, achten die Verkehrsregeln und verzichten noch häufiger auf unser Auto. Und wir laden Andere ein mitzumachen. Je mehr Radfahrer unterwegs sind, je größer die allgemeine Akzeptanz. Radfahren soll trendy bleiben; Normalität wäre kein Widerspruch und durchaus hilfreich.
Welche Bedingungen fürs Radfahren wünschen wir uns?
Wir erwarten von unseren Kommunen und vom Land eine beherzte Politik zur nachhaltigen Förderung des Radverkehrs durch moderne Maßnahmen und mit mehr finanziellen Mitteln. Dazu gehören die häufigere Einrichtung von Radfahrstreifen und Schutzstreifen auf der Fahrbahn, die Erweiterung von Tempo-30-Zonen, die Gewährleistung sicherer Kreuzungen und Straßenquerungen, die Schaffung von Abstellanlagen sowie die Pflege und der Ausbau des Radwegenetzes .

Wir unterstützen die Bemühungen der Tourismusbranche, Sachsen-Anhalt als Radfahrland noch attraktiver zu machen. Wir bleiben kritische Begleiter bei der Umsetzung des Landesradverkehrsplanes.

Was sollten wir uns im Besonderen vornehmen:
1. Die Absenkung der innerörtlichen Regelgeschwindigkeit für Kraftfahrzeuge auf 30 km/h hätte weitreichende positive Wirkungen auf die Sicherheit im Straßenverkehr, nicht nur für Fußgänger und Radfahrer. Dafür sollten wir überall eintreten und als Schritt in diese Richtung mehr Tempo-30-Straßen und -Zonen erkämpfen.
Wir rufen auf zur Beteiligung an der „Europäischen Bürgerinitiative: 30 km/h – macht die Straßen lebenswert!“ ( siehe z.B. https://30kmh.eu/oct-web-public/?lang=de ).
2. Die Durchsetzung des Mischverkehrs auf der Fahrbahn als normale Verkehrssituation ist ein langer Weg und verlangt von uns neben der gebotenen Hartnäckigkeit auch viel Fingerspitzengefühl und Verständnis für unterschiedliche Fahrgewohnheiten und Sicherheitsgefühle auf seiten der Radfahrer. Wir werden weiterhin jegliche Anordnung einer Radwegbenutzungspflicht kritisch hinterfragen und die Umsetzung der Gesetzeslage einfordern. Gleichzeitig ist auch durch uns mehr Aufklärung über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Radverkehrsführungen nötig. So können wir die Rolle der Radfahrer als mündige und freiwillig sicher fahrende Akteure im Straßenverkehr stärken.
3. Wir haben einen guten Ruf als kompetenter Veranstalter von Radtouren. Dieses Wirkungsfeld sollten wir weiter ausbauen und im Landesverband bündeln. Angebote für touristisches Radfahren und Freizeitaktivitäten tragen wesentlich zur Mitgliedergewinnung bei und verkörpern für viele Menschen in idealer Weise die Freude am Radfahren.

Natürlich freuen wir uns auch 2013 über einen respektvollen Umgang aller Verkehrsteilnehmer miteinander: Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme – ob auf städtischen und Dorf-Straßen oder in Wald und Flur – sind ein Gewinn für alle!
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Text © Werner Hartig

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