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Tourenbericht: Magdeburger Gewässertour

„Wer aber kennt schon Dreierkolk, Garnsee und Langes Loch?“, heißt es im ADFC-Radwanderkalender 2015.

Ganz offensichtlich eine Neugier weckende Frage, denn insgesamt 40 Teilnehmer wollten die Antwort wissen. Mit großem Hintergrundwissen führte der erfahrene ADFC-Tourenleiter Jürgen Schneider die Truppe zuerst zum Adolf-Mittag-See. Kennt jeder Magdeburger – weniger bekannt ist, dass die beiden Teiche im Stadtpark auch Namen haben: Artur-Becker-Teich und Godehardt-Teich.

Vorbei am in der Frühlingssonne glitzernden Cracauer Wasserfall – wir erfuhren nebenbei, dass dieser vor genau 200 Jahren errichtet wurde – wurden die Dornburger Alte Elbe (Mönchsgraben) und der Zipkeleber See angesteuert. Am Letzteren trafen wir zufällig den amtierenden „Ortsbürgermeister“, der uns etwas über Zipkelebens Geschichte und Geschichten, wie jene vom Entenangeln, erzählte.

Relativ unbekannt ist auch der Waldsee in Friedensweiler, doch noch interessanter war die nächste Station: die ehemalige Europakampfbahn, auf der 1934 die 4. Schwimmeuropameisterschaft stattfand. Um zum noch vorhandenen wassergefüllten 50-Meter-Becken zu gelangen, mussten wir vom Rad und durchs Gestrüpp. Zur gesamten Anlage, in der bis zu 6.000 Zuschauer Platz fanden, gehörte ein heute nicht mehr existentes zweites Becken. Deutsche Schwimmer und Wasserspringer waren damals recht erfolgreich, fischten einige Medaillen aus dem Wasser. Als Starter fungierte übrigens Ete Rademacher, Magdeburger Schwimmidol der 1920er Jahre.

Später erreichten wir die Potztrine, ein alter Elbarm bei Gerwisch. Überhaupt sind die ostelbischen Gewässer meist ehemals Elbe gewesen. Dies gilt auch für den Lostauer See. Wir querten den neuen Graben, der nun wie früher Ehlewasser durch den zuvor entschlammten See leitet und für ein ökologisches Gleichgewicht sorgen soll. Wir lernen: Gleichgewicht ist nicht nur beim Radfahren wichtig!

Wasser begleitete uns auch weiterhin, doch sind Trogbrücke, Mittellandkanal und Barleber See mehr oder weniger bekannt. Die offizielle Tour endete nach 54 Kilometern auf der Straßenbrücke über den Gleisen des einst sehr bedeutenden Rangierbahnhofs Magdeburg-Rothensee mit einem Blick in Richtung Neustädter See und Barro-Seen.

Pardon, fast hätte ich vergessen, über die drei anfangs genannten Gewässer aufzuklären:

Der Dreierkolk liegt in Zipkeleben, der Garnsee unmittelbar östlich des Elbauenparks und das Lange Loch ist einer der drei Barro-Seen. Warum die Seen den gemeinsamen Namen „Barro“ tragen, konnte Jürgen Schneider auch erläutern. Ganz einfach: sie liegen zwischen Barleben und Rothensee!

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