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Parken auf Radwegen in Halle

Das Paulusviertel hat trotz desolater Pflasterstraßen, fehlender Radabstellmöglichkeiten und zugeparkten Straßen die höchsten Radverkehrsanteile in Halle aufzuweisen. Das zeigt dass die Bevölkerung im Paulusviertel für neue Wege in der Verkehrspolitik aufgeschlossen ist.

Goethestraße – Zukünftig alles Parkplatz?
(Foto: ADFC VP 12.02.2013)

Ernst-Moritz-Arndt-Straße – Parkverbot aufheben?
(Foto: ADFC VP 12.02.2013)

Statt auf die Chancen des nicht motorisierten Verkehrs für eine bessere Lebensqualität zu setzen und die PKW-Nutzung zu reduzieren und andere Fortbewegungsarten attraktiver zu machen, führt der Vorschlag, jetzt auch noch die Fußwege zuzuparken, zurück in die Stadtentwicklungs-philosophie der 70 er Jahre des letzten Jahrtausends.

Noch mehr Platz für PKWs, die schon jetzt einen erheblichen Teil des öffentlichen Raums im Paulus- und Riebeckviertel okkupieren. Noch weniger Platz für Kinder, Fußgänger, Behinderte und Radfahrer.

Statt Anwohnerparken und Konzepten zur Reduzierung der PKW-Nutzung, weitere Einschränkungen für umweltfreundliche nichtmobilisierte Fortbewegungsarten. Statt Vorschlägen zur Verbesserung der Bedingungen für eine andere moderne Form der Mobilität, z. B. durch Einbahnstraßenregelungen für den PKW-Verkehr, durch die fahrradfreundliche Sanierung von Straßen, die Umwandlung von PKW-Stellplätzen in Radabstellplätze, die Errichtung von Radabstellanlagen auf breiten Fußwegen, Radfahrer frei – Regelungen auf einigen Fußwegen (viele Straßen im Paulusviertel sind mit dem Fahrrad schlicht unbefahrbar) und durch mehr Car-Sharing – genau das Gegenteil.

Auch im Paulus- und im Riebeckviertel werden noch viele Wege in die Stadt und unter 5 km mit dem PKW unternommen, obwohl mit ÖPNV und Fahrrad bessere und umweltfreundlichere Alternativen zur Verfügung stehen.

Wer noch mehr Parkmöglichkeiten schafft, trägt dazu bei, dass die PKW Nutzung zunimmt und nicht reduziert wird. Die Stadt Halle ist gerade in einem bundesweiten Fahrradklimatest, an dem über 400 Hallenser teilgenommen haben, auf Platz 27 von 38 Städten über 200.000 Einwohnern in Deutschland gelandet. Dieser Wert ist auch ein Hinweis auf Einschränkungen der Lebensqualität. Lebensqualität ist auch ein Standortfaktor. Die erhöht man nicht dadurch, in dem man Wohnviertel in Autoparkflächen verwandelt und Kinder auf Restflächen (Spielplätze) verweist. Dies sollte auch der Wirtschaftspartei FDP zu denken geben. Die drei Gewinnerstädte im Fahrradklimatest, Münster, Freiburg im Breisgau und Karlsruhe, die auch für ihre Anstrengungen den Umweltverbund zu stärken bekannt sind, haben deutschlandweit hohe Imagewerte aufzuweisen und sind außerdem ökonomisch erfolgreich.

Die vollständigen Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests sind auf www.adfc.de/fahrradklima-test nachzulesen.

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